Krise als Chance: Jetzt Kurs auf nachhaltiges Wirtschaften nehmen!

Mittwoch, 25.02.2009

Klimawandel und Wirtschaft – zwei Jahre Blog haben die große Bedeutung des Themas, die Zusammenhänge und Handlungsfelder im „Kerngeschäft“ von Unternehmen, Haushalten und Investoren erläutert und bewertet. Dies stieß auf große Resonanz bei allen, die die Tragweite der Herausforderung erkannt haben. Erschreckenderweise scheint das aber bei den meisten Anlegern, Managern und Wirtschaftspolitikern nicht der Fall: Da schreit die Wirtschaft, die sonst vom Staat nichts wissen will, nach staatlicher Unterstützung; da werden prompt wegen der Finanzkrise mit heißer Nadel riesige Milliardenpakete geschnürt, ja Billionen locker gemacht; da ist von der Rettung der Welt die Rede – doch es geht nur um die Rettung des maroden Finanzsystems, das weder nachhaltig und noch verantwortlich ist. Die einzigartige Chance, diese Krise zu nutzen, um die viel größere Krise, die die Welt und die Existenz unserer Lebensgrundlage bedroht, den Klimawandel, in den Griff zu bekommen, wird vertan.

Geringer Flächenverbrauch nutzt Kommunen ökologisch wie ökonomisch

Donnerstag, 19.02.2009

Acht Jahre nach dem Festzurren der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ hat die Bundesregierung endlich Unterstützung für eines ihrer zentralen Ziele erhalten. Die kommunalen Spitzenverbände haben sich mit dem Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung, in dem alle Ministerien vertreten sind, darauf geeinigt, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Bisher werden täglich 113 ha durch Siedlung und Verkehr zugebaut. Das sind jedes Jahr 41.000 ha – so viel wie manch ein Nationalpark. Verloren gehen sehr fruchtbare landwirtschaftliche Flächen, Wälder, Biotope und Artenvielfalt, Erholungsgebiete sowie CO2-Speicher zugunsten des Klimaschutzes.

Studenten fordern nachhaltiges Wirtschaften von Unis und Unternehmen

Montag, 16.02.2009

Ressourcenknappheit, Klimawandel, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Niedriglohländern – ökologische Krisen und soziale Brennpunkte wachsen sich zu ökonomischen Krisen aus, weil die Ökonomie sie jahrzehntelang vernachlässigte. Hochschulen von Nachbarländern korrigieren dieses Versäumnis inzwischen tatkräftig. Nachhaltiges Wirtschaften wird Pflichtfach. Die deutsche Hochschullandschaft hinkt – von Ausnahmen abgesehen - hinterher, in Lehre und Forschung. Studenteninitiativen machen sich für eine Modernisierung der häufig veralteten Lehrpläne stark.

Investoren nutzen Klimadaten für Investmententscheidungen

Mittwoch, 11.02.2009

Wer glaubt, der Klimawandel habe während der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise keine Bedeutung mehr für sein Unternehmen, der irrt. Denn eine stark wachsende Zahl von Investoren berücksichtigt auch jetzt bei ihren Investmententscheidungen, wie transparent und aktiv Unternehmen hinsichtlich Emissionsdaten, Risiken, Chancen und Klimastrategie sind. Das ergab eine aktuelle Umfrage des „Carbon Disclosure Project“ (CDP), der weltweit größten Investoreninitiative mit einem verwalteten Kapital von sage und schreibe 55 Billionen Dollar.

Städte sollten verwahrloste Dächer beleben

Mittwoch, 28.01.2009

Rund acht Prozent aller Wohngebäude in Deutschland verfügen inzwischen über eine Solarstrom- oder Solarwärmeanlage. Immerhin. Doch noch schlummert auf deutschen Dächern ein riesiges Potenzial zur Energieerzeugung. Einige Städte und Kommunen wollen das nun sehr aktiv heben. Ihre Aktionen seien zur Nachahmung empfohlen. Wären alle Verantwortlichen so aktiv wie Osnabrück, könnte das einen enormen Investitionsschub bewirken, der angesichts der Wirtschaftskrise wie gerufen käme.

Erneuerbare Energien müssen zugleich nachhaltig sein

Donnerstag, 22.01.2009

Es war an der Zeit, dass sich der ForschungsVerbund Sonnenenergie (FVS) anders bezeichnet. Der neue Name ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) zeigt endlich, dass er längst auf allen Gebieten derartiger Technologien tätig ist. Schade nur, dass er bei der Namensänderung nicht die Gelegenheit nutzte, die Notwendigkeit hervorzuheben, dass diese Energien selbst auch nachhaltig sein müssen.

Gütesiegel für nachhaltiges Bauen

Freitag, 16.01.2009

Endlich ist es so weit: mit einjähriger Verzögerung wurde am Montag erstmals das „Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“ vergeben. Was lange währt, wird endlich gut. Die Zertifizierung erfasst Nachhaltigkeit in allen Dimensionen, solide und zukunftsorientiert. Damit ist es ausländischen Siegeln, die nur Umweltaspekte beachten und damit die in ihren Ländern mangelnde Gesetzgebung ausgleichen, deutlich überlegen. Zudem widerlegen die Kriterien und messbaren Indikatoren das Vorurteil, Nachhaltigkeit sei ein schwammiger Begriff, den jeder nach Gutdünken füllen könne: In Architektur, Bau- und Immobilienwirtschaft werden künftig alle über dasselbe reden, sobald sich das Siegel etabliert. Die Chancen dafür stehen gut, da es nicht von oben herab, sondern von einem breiten Querschnitt an Marktteilnehmern für den Markt gemacht wurde. Orientiert sich die Branche, die die größten Massenströme bewegt und die Hälfte aller Kapitalinvestitionen verantwortet, an diesen Vorgaben, wird das auch auf andere Branchen wirken.

Nachhaltige Geldanlagen im Trend

Donnerstag, 08.01.2009

2008 kamen trotz der Finanzkrise zahlreiche neue Anlageprodukte für Private und Institutionelle auf den Markt, die ökologische und soziale Kriterien befolgen. Sie gehen in vier Richtungen: „In“ bleiben Umwelttechnikfonds, völlig neu dagegen sind nachhaltige Schwellenländerfonds. Zudem weitet sich die Palette der Dachfonds aus. Ein weiterer Trend ist die Integration von nachhaltigen Kriterien in die konventionelle Vermögensverwaltung.

Wer rettet die Welt?

Freitag, 02.01.2009

Das war 2008: Finanzkrise. Dies Schlagwort dominiert seit Monaten das Denken und Handeln. Der Klimawandel war 2007, Schnee von gestern. So heißt es doch tatsächlich „Was kostet die Rettung der Welt?“ und alle meinen bloß die Rettung des Finanzsystems. Dafür werden ohne mit der Wimper zu zucken Unsummen locker gemacht, mehrere Billionen. Aber der Milliardenbetrag, der für den Kampf gegen den Klimawandel nötig ist, lässt immer noch auf sich warten, obwohl der Klimawandel ökonomische, ökologische und soziale Krisen ungekannten Ausmaßes verursachen wird. Verkehrte Welt.

Nachhaltigkeitsstrategie ohne Länder und Kommunen ist eine Luftbuchung

Mittwoch, 17.12.2008

Erstmals hat die Bundesregierung ihre Nachhaltigkeitsleistungen von unabhängiger Seite, durch das Statistische Bundesamt, überprüfen lassen. Ergebnis ist ein durchaus selbstkritischer Fortschrittsbericht. Auch viele Interessengruppen wurden konsultiert, wie Länder und kommunale Spitzenverbände. Doch die schildern sich selbst aktiver als sie sind. Gute Beispiele sind leider nicht die Regel. Die Nachhaltigkeitsstrategie kann aber nur greifen, wenn die Bundesregierung Länder und Kommunen viel besser informiert und fordert.